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Work on Paper 

 

Heiri Grüter Willisau

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Leather Bridge 2020 - Story

Die Inspiration "Lederne Brücke"

In der Heimatkunde Wiggertal lass ich von ledernen Brücken, unterirdischen Gängen und einem goldenen Wagen. Eine lederne Brücke soll angeblich die Burg auf dem Gütsch mit der Schlossburg verbunden haben. 1)

Vielleicht gab es ja eine lederne Brücke! Wohl kaum über das ganze Tal. Wo und wann könnte eine lederne Brücke zum Einsatz gekommen sein?

Gütsch:

Höhenzug nördlich der Stadt Willisau

 

Auf der höchsten Stelle des Gütsch befindet sich ein Hügel mit Spuren künstlicher Formung.

Jenseits aktenkundiger Geschichte

 

Die Willisauer Burgenzeit, mit ein paar aktenkundigen Ereignissen, geht zurück in das 13. und 14. Jahrhundert.  Die Willisauer Geschichte des 11. und 12. Jahrhundert liegt bereits mehrheitlich im Dunkeln. Vor dem Jahr 1000 ist lediglich eine alemannische Siedlung im Willisauer Bergland (Gesserswil, 893) nachweisbar.

 

Nachfolgend eine Auflistung von aktenkundigen Ereignissen zur Willisauer Geschichte, flankiert/ergänzt mit historischen Ereignissen im Raum der heutigen Schweiz bis zurück in das 4. Jahrhundert v. Chr.

 

Dazwischen ein paar Informationen zur «Leather Bridge». 

 

15. Jahrhundert

Burg in der Stadt (Untergang im 15. Jahrhundert)

Die Burg wurde in der Südostecke der Ringmauer auf dem Berg lokalisiert. In der Landeskarte der Schweiz (2020) wird die Stelle mit «Burgruine Haus Bergli» bezeichnet.

Die Burg in der Stadt dürfte erst im Zusammenhang mit der Stadtwerdung (1302/03) als herrschaftliche Anlage entstanden sein. Das Alter der Burg in der Stadt kann nur ungefähr vermutet werden. Über das Aussehen der Burg weiss man nichts Zuverlässiges. Die Burg in der Stadt wurde anscheinend schon im 15. Jahrhundert dem Zerfall überlassen. 2)

 

14. Jahrhundert

Burg Willisau/St. Niklausen (Untergang im 14. Jahrhundert)

Vermutlich wurde die Burg Willisau auf dem St. Niklausen-Berg von den Habsburgern nach dem Aussterben der Lenzburger im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts errichtet. 1386 wurde die Burg Willisau im Sempacherkrieg durch Herzog Leopold III. zerstört. 2)

 

Hasenburg (Untergang im 14. Jahrhundert)

Erbaut im ausgehenden 13. Jahrhundert und von den Luzernern und Bernern im August 1386 ausgeraubt und zerstört. 2)

 

1302/03

Gründung der Stadt Willisau mit befestigtem Zentrum. 5)

 

13. Jahrhundert

Gütsch/Burg Wediswil (Zerfall ab Ende des 13. Jahrhunderts)

Auf dem Höhenzug nördlich über der Stadt Willisau erhebt sich der Gütsch, ein Hügel mit Spuren künstlicher Formung. Die markante Erhebung in der Nähe der Stadt genoss schon seit jeher besondere Beachtung.

Die Burg auf dem Gütsch wird den Freiherren von Wediswil zugeordnet. Die Anwesenheit der Freiherren von Wediswil in unserer Gegend ist vor der Mitte des 13. Jahrhunderts nicht bezeugt. 2)

In der heutigen Landeskarte der Schweiz (2020) wird der merkwürdige Hügel zusätzlich zur Bezeichnung Gütsch auch noch mit Symbolen markiert, welche auf einen Erdböschung oder Damm hinweisen. Hinweise auf Burg/Burgstelle oder Ruine gibt es nicht mehr.

Bei einer Sondiergrabung im Jahr 1945 kam ausser den Resten einer Trockenmauer nichts zum Vorschein. Aus dem Fehlen von Mörtelspuren schloss man damals auf ein frühmittelalterliches Refugium (Schutzort).

Es wird angenommen, dass die Burg Wediswil bereits gegen Ende des 13. Jahrhunderts ihrem Zerfall entgegensah.

 

1101

Erstmalige Erwähnung des Ortes Willineshôwo. 5)

 

11. Jahrhundert

Das Gebiet Willisau gehörte schon im 11. Jahrhundert zur Aar-Gau-Grafschaft der Lenzburger.

 

893

Bereits 893 ist eine alemannische Hofsiedlung, Cozeriswilare, das heutige Gesserswil im Willisauer Bergland urkundlich erwähnt.

 

8. Jahrhundert / Leather Bridge

Alemannische Höhensiedlung auf dem Gütsch, Höhenzug nördlich von Willisau (Sonnenseite von Willisau). Die Siedlung bestand aus mehreren Behausungen für Mensch und Vieh. Ein Holzturm geschützt durch 2 Reihen von Holz-Palisaden diente als Rückzugs- und Verteidigungseinrichtung. Mithilfe der Lederbrücke konnte der Graben zwischen äusserer und innerer Palisade überwunden werden. Einmal beim Holzturm angelangt konnte die Lederbrücke mit Leichtigkeit gekappt und so der Zugang in den innersten Kreis der Verteidigung für Feinde verunmöglicht oder zumindest erschwert und verzögert werden. Gegenüber einer Holzbrücke hatte die Lederbrücke vor allem den Vorteil, dass sie nach einer Kappung leicht wieder installiert werden konnte. Die Lederbrücke war ein Werk von starken Holzstücken, welche mit Lederbändern zusammengeknotet waren. Reste der einstigen Leather Bridge befinden sich eventuell noch in den Erdschichten des markanten Erdhügels auf dem Gütsch.

 

4. Jahrhundert

Gegen Ende des 4. Jahrhunderts machten die Alemannen der römischen Herrschaft in der Schweiz ein Ende. Auch in unserer Gegend liessen sich Alemannen nieder und führten in der wasserreichen Au zwischen Buch- und Enziwigger eine Rodung durch. 3)

 

58 v. Chr. – 400 n. Chr.

Den Helvetiern folgten die Römer. Funde aus römischer Zeit (keine Siedlung) lassen vermuten, dass sich auch Römer, zumindest auf der Durchreise, bei uns aufgehalten haben. 3) 4)

 

400 v. Chr.

Um 400 vor Christus begannen die Helvetier, die zum grossen indogermanischen Volke der Kelten oder Gallier gehörten, das Land unserer heutigen Schweiz in Besitz zu nehmen. Die Helvetier scheinen sich erstmals in grösserer Zahl auch in der Gegend von Willisau niedergelassen zu haben. Man sagt diesem Volke einen grossen Goldreichtum nach. Ihre Niederlassung in der Gegend von Willisau könnte verständlich werden, wenn man bedenkt, dass die am Napf entspringenden Bergbäche Gold mit sich führen. Bis ins 19. Jahrhundert gehörte in Willisau die Goldwäscherei zu den ältesten, wenn auch nicht lukrativsten Gewerben. 3)

 

Quellen:

1. Heimatkunde Wiggertal, Band 5, 1943, Die Burgen von Willisau, Franz Sidler, S. 18.

2. LHV, 15/1, Willisau, August Bickel, 1982.

3. Willisau, Kleiner Geschichts- und Kunstführer, Verkehrsverein Willisau, 1985.

4. www.geschichte-schweiz.ch, Römerzeit, 2001-2010.

5. www.willisau.ch, Geschichte, Jahrzahlen, 2020.